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Ehem. Volksgaststätte

Volksgaststätte (Foto: Rudolf Gehb)Der Vorgänger der Merkerser Gaststätte "Zur Krone" wurde 1535 erstmalig erwähnt. Der damalige Besitzer hieß Melchior Schultheiß. Die Schenke lag im Ortskern des kleinen Dorfes an der Kreuzung der Landstraße Salzungen - Vacha mit dem Dietlaser Graben (Hohlweg nach Dietlas) und der Werragasse (Weg nach Kieselbach über den Werrasteg). Dieser Standort war identisch mit dem Standort der Gaststätte "Zur Krone" des 20. Jahrhunderts.

Die Namensliste der Merkerser Gastwirte in der Anfangszeit dieser Schenke ist lang. 1743 erhielt der damalige Gastwirt Johannes Nennstiehl das Recht verliehen, an seinem Wirtshaus ein Schild mit dem Namen "Zur Güldenen Krone" anzubringen. Ab dem 19. Jahrhundert gehörte zu dieser Gaststätte ein Felsenkeller für die Lagerung des selbstgebrauten Bieres. Er befand sich im Arnsberg an der Landstraße nach Vacha. Die schmalspurige Felda-Bahn von Salzungen nach Kaltennordheim führte von 1878 bis 1906 auf dieser Landstraße an dem Felsenkeller vorbei. Die Felda-Bahn wurde 1906 durch die normalspurige Werratal-Bahn des Abschnittes Salzungen - Vacha abgelöst. Die neue Trassenlegung am Hang des Arnsberges oberhalb der Landstraße führte zur Stillegung und Zumauerung des Bierkellers. Diese Mauer markiert noch heute den Zugang zum ehemaligen Felsenkeller.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Besitzer der Gaststätte "Zur Krone" enteignet. Die Merkerser SED-Ortsgruppe organisierte am 4. Dezember 1948 eine denkwürdige Feier in der Gaststätte. Es spielten die Tanzkapelle "Froh und Heiter" aus Zella und das Merkerser Mandolinenorchester. Auf dieser Feier  erfolgte die Umbenennung der Gaststätte "Zur Krone" in Eingangsbereich zum Gasthaus (Foto: Rudolf Gehb)"Volksgaststätte". Sie wurde als HO-Gaststätte unter dem Kürzel "Voga" bekannt, berüchtigt und beliebt (HO war die Abkürzung für "staatliche Handels-Organisation").

1969 gründete die Merkerser Jugend den "Jugendclub 69" in der stillgelegten Kegelbahn der Gaststätte. Der Club trotzte sämtlichen "Reglementierungen" vor und nach der Wende. Äußerliche Veränderungen musste die " Voga" durch das Verputzen der Fachwerkfassade und einen Gastraum-Anbau über sich ergehen lassen. Die landwirtschaftlichen Nebengebäude wurden nach und nach abgerissen. Sanierungsmaßnahmen unterblieben größtenteils.

Nach der Wende scheiterten Rückübertragungsversuche und damit auch letztendlich die Weiterführung des Gaststättenbetriebes. Das Gebäude verfiel und wurde zu einem Schandfleck von Merkers. Der letzte Gast dieses traditionsreichen Wirtshauses war der Abbruchbagger. Innerhalb einer Woche wurde das Haus Ende November 2008 abgerissen. Übrig blieben der Jugendclub und der Saalanbau, welche bis heute von der Bevölkerung genutzt werden.

 

Sie möchten den Saal in der ehemaligen Volksgaststätte mieten?

 

Dann richten sie bitte Ihre Anfragen an Frau Gratz, Gemeindeverwaltung Krayenberggemeinde, Telefon: 036963/237-32 oder E-Mail:

 

Quelle: Dr. Siegfried Baumgardt

Fotos: Rudolf Gehb